Eivind Aarset

guitar | Norwegen
Live Artist

Mehr als irgendein anderes Instrument steht die elektrische Gitarre seit 1967 für die Auflösung der Grenzen zwischen Jazz und Rock. Unzählige Gitarristen haben seither individuelle Lösungen für die Verbindung beider Genres gefunden, doch nur wenige gehen so weit wie der Norweger Eivind Aarset. Vom Peloton seiner Kollegen unterscheidet ihn die Tatsache, dass er nicht aus dem Jazz, sondern von Jimi Hendrix kommt und seine Laufbahn mit Heavy Metal begonnen hat. Diese Erfahrung befreit nicht nur das Sichtfeld, sondern entledigt ihn auch jeglichen Zugzwangs, auf seinem Instrument etwas beweisen zu müssen. Der Skandinavier mit der weißblonden Mähne bevorzugt einfache Kontexte, die es ihm erlauben, im Ton zu schwelgen, sich über den simplen Dualismus von Jazz und Rock hinwegzusetzen und im gleichen Zug alle intellektuellen Widerstände des Hörers zu überwinden. Aarsets Musik verlangt nach keinerlei Voraussetzung, sie will einfach nur absorbiert werden, möglichst mit jeder Körperzelle. Eivind Aarset verstärkte mit seinem unverwechselbaren Sound unter anderem Gruppen von Nils Petter Molvaer, Ketil Björnstad und Bugge Wesseltoft.

Gemeinsam unternehmen die vier Musiker eine Reise in die vierte Dimension. Was relativ linear beginnt, baut sich immer mehr auf, erst zur Klangfläche, dann zum Soundspace und bricht schließlich in Dimensionen auf, für die herkömmliche Beschreibungen völlig unzulänglich sind. Indem sie unentwegt zwischen Science Fiction und gefühlter Erinnerung umschalten, gelingt ihnen ein verwirrendes Spiel aus Gravitation und Fliehkraft, eine rastlose Wurmlochjagd von einem Klangquadranten zum nächsten und eine Art Malefiz mit jeglichen Erwartungen. Vor jedem Auftritt steht nur eines fest: Aarset und Co. werden den Hörer mit in unerhörte Welten nehmen. Diese Welten im Voraus zu verorten, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Eivind Aarset (guitar), Erland Dahlen (drums), Audun Erlien (electric bass), Wetle Holte (drums)